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laubfrosch_04s(Foto: Stiftung Naturschutz)

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Ein König bekommt sein Reich zurück

Stiftung Naturschutz untersucht Laubfroschbestände

„Äpp, äpp, äpp., äpp..“ dieser Ruf gehört zum wohl bekanntesten Lurch, dem Laubfrosch (Hyla arborea). Für viele ist Menschen ist er auch der Froschkönig und der Wetterfrosch. Sein Bekanntheitsgrad hat ihn jedoch nicht vor starken Bestandseinbrüchen durch den Verlust seiner Lebensräume gerettet. Im Landkreis Diepholz ist der Ruf der Laubfrösche wieder verstärkt zu hören. Die Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz engagiert sich seit Jahren im Zuge ihres „Schlattprogramms“ für die Erhaltung und Neuanlage von Kleingewässern somit für die Lebensräume für den Laubfrosch.

Im Landkreis Diepholz gibt es etwa 130 bekannte Vorkommen – schwerpunktmäßig in Bruchhausen-Vilsen, im Oberwald zwischen Schwaförden und Hallstedt, in Twistringen, Syke, Bassum, Drentweder Heide und am Rande des Oppenweher Moores.

An einigen ausgewählten Gewässerstandorten in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen wird die Stiftung Naturschutz in den nächsten Tagen den Laubfroschbestand überprüfen. Die Flächeneigentümer wurden bereits informiert. Der Laubfrosch ist ein wichtiger Indikator für die Bewertung ökologischer Zusammenhänge in der Kulturlandschaft und Bedarf daher einer genaueren Betrachtung. Für diese Tätigkeiten ist evtl. die Verwendung von Kleinstgeräten (z. B. Trichterfallen) notwendig, die über mehrere Stunden im Gewässer bleiben. Die Untersuchung erfolgt in einigen Fällen auch nachts.

Die Stiftung Naturschutz möchte auf die Untersuchungen die Bevölkerung aufmerksam machen und bittet darum, die Arbeiten nicht stören und die Gerätschaften an Ort und Stelle zu belassen.

Mit Beginn der warmen Nächte im April beginnen die Balzrufe der Männchen. Sie grenzen so ihr Revier ab und locken Weibchen an. Trotz ihrer geringen Größe haben Laubfrösche die lauteste Stimme unter den mitteleuropäischen Amphibien. Unter ihrer Kehle haben sie eine große Schallblase, die als Resonanzkörper dient. So erzeugen sie Rufe, die in windstillen Nächten kilometerweit zu hören sind.

Charakteristisch für den Laubfrosch ist seine leuchtend grünen Farbe, wobei der Bauch und die Extremitäten weißlich sind. Auf beiden Seiten zieht sich vom Nasenloch bis hinunter zu den Hüften ein dunkler Streifen. Ein Männchen ist etwa 4 cm und ein Weibchen etwa 4 bis 5 cm lang. Auffällig sind die stark hervortretenden Augen. Die vorderen Gliedmaßen sind recht kurz und weisen je vier Finger mit Haftscheibe auf. Sie sind hervorragende Kletterer und können mit den Haftscheiben sogar an einer Glasscheibe empor klettern.

Die leuchtend grünen Lurche sind während eines Jahres auf unterschiedliche Lebensräume angewiesen. Im Frühjahr und für die Laichablage benötigen sie fischfreie, besonnte Gewässer mit vegetationsreichen Flachwasserzonen. Als Tagesverstecke und für die Aufnahme von Nahrung brauchen sie Gehölzstreifen, Röhrichte, Auwälder und Feldgehölze. Als Sitzwarten werden krautige Pflanzen bevorzugt. Manchmal halten sie sich sogar in Baumkronen auf. Jungtiere benötigen Feuchtwiesen als Lebensraum. Für die Überwinterung sind sie auf frostfreie Plätze, wie Erdhöhlen, große Laubhaufen, Boden- und Steinspalten angewiesen.

Der Laubfrosch ist ein eifriger und geschickter Insektenjäger. Seine Hauptbeute besteht überwiegend aus Fliegen, Mücken, kleinen Käfern, Wanzen.

Natürliche Feinde sind für den Laubfrosch während der Laich- und Larvenphase vor allem Fische. Gemeinsam können die Tiere nur in sehr krautreichen Gewässern mit großen Flachwasserzonen vorkommen, wo die Froschlarven durch die vielfältigen Strukturen nicht entdeckt werden. Für die ausgewachsenen „Grünröcke“ kommen als Feinde beispielsweise Iltisse, Ringelnattern, Vögel, wie Graureiher, Störche, Neuntöter, Käuze usw. in Betracht.

Der Laubfrosch ist in seinem Bestand stark gefährdet. Durch die Trockenlegung von Niedermooren und Gewässern, die Begradigung von Fluss- und Bachläufen, die Abholzung von Gehölzen sowie die Intensivierung der Landschaftsnutzung fand in den vergangenen Jahrzehnten ein Verlust geeigneter Lebensräume statt und führte somit zur Gefährdung der Bestände. Neben den Verlusten der eigentlichen Lebensräumen fehlen häufig geeignete Wanderkorridore, damit die „Könige der Frösche“ zwischen den einzelnen Vorkommen wechseln können. Wanderkorridore sind besonders für kleine Vorkommen wichtig.

Die Stiftung Naturschutz im Landkreis Diepholz, die 2009 ihr 25-jähriges Bestehen feierte, kümmert sich seit Beginn um Kleingewässer. Diese werden gesichert, ökologisch aufgewertet, aber auch neue Gewässer angelegt. Der Großteil der wichtigsten Vermehrungsgewässer werden von der Stiftung betreut. Bei allen Gewässern werden gezielt Maßnahmen durchgeführt, damit die „Froschkönige und Wetterfrösche“ in ihren Beständen erhalten bleiben. Stetig sind Erhaltungsmaßnahmen erforderlich, damit die Qualität der Biotope erhalten bleibt und neue Lebensräume geschaffen werden.

Daher bittet die Stiftung Naturschutz die Bevölkerung um Unterstützung. Beispielsweise mit der Meldung von Laubfroschfunden, der Bereitstellung von Flächen für Gewässerneuanlagen und für biotopverbessernde Maßnahmen. Natürlich sind projektgebundene Spenden willkommen.

Weitere Informationen siehe Ginkgo-Blatt 2005 - Das kleine Laubfrosch 1x1 für den Landkreis Diepholz.

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